tisdag, juni 21, 2011

Auf der Suche nach einem Kessel für Öger

Nordische Mythologie Teil 32 - Tors Reise nach Jotunheim

Natürlich konnten die Götter einen Kessel bei den Zwergen der Unterwelt bestellen, aber Verhandlungen mit diesen Künstlern waren immer sehr schwierig, da sie alles, was sie herstellten nur ungern weitergaben und oft eine Gegenleistung forderten. Nach Möglichkeit wollte Tor diese Probleme vermeiden.

Da nahm Tyr seinen Freund Tor zur Seite und meinte, dass er einen Rat hätte, denn als Pflegesohn Hymers wusste er, wo sich ein so großer Kessel befand, nämlich bei Hymer, der hoch im Norden und jenseits der Flut Elivågor wohnte. Auch wenn Tor die Information interessant fand, so wusste er dennoch nicht wie er an den Kessels Hymer kommen sollte, da die Riesen in Jotunheim nicht besonders aufgeschlossen waren.

Tyr meinte daher, dass sie natürlich nur mit einer List an den Kessel kommen konnten und dafür zu Hymer reisen mussten. Da Tor immer offen für Abenteuer war, stimmte er dem Rat Tyrs zu und die beiden Götter beschlossen daher so schnell wie möglich nach Jotunheim aufzubrechen.

Dies war genau das, was Öger erhofft hatte, denn auch er wusste, dass ausschließlich Hymer einen so großen Kessel besaß und niemand anderes in Jotunheim. Er wusste auch, dass die beiden nach Jotunheim aufbrechen mussten um den Kessel durch eine List von diesem gefährlichen Frostriesen zu holen. Er wusste auch, dass Hymer ein Sturmauge hatte, das, wenn er wütend wurde, auf ein Ziel richtete und damit alles, was sich zwischen ihm und dem Ziel lag, zerstörte. Allerdings dauerte es dann lange, bis das Auge diese Kraft erneut erlangt hatte.

Auch Tyr kannte die Kraft des Sturmauges und meinte daher zu Tor, dass sie sich besser nicht direkt an Hymer wenden sollten, sondern sie erst mit seiner Pflegemutter reden sollten, da sie sonst die Wut Hymers sehr deutlich zu spüren bekamen, denn freiwillig würde er ihnen den Kessel kaum leihen.

Von Asgård bis zu Egils Burd, die am Elivågor lag, war es auch für Tor eine Tagesreise. Er spannte daher seine beiden Böcke vor den Wagen und die beiden Freunde machten sich auf den Weg Richtung Jotunheim. Als sie über Midgård waren, hörten die Menschen die Donner grollen und überall, wo die Götter, vorbei kamen, fiel fruchtbarer Regen auf die Wiesen und Felder.

Gegen Abend kamen Tyr und Tor auf Egils Burg Ysäter an, wo sie von Egil und Groa auf das herzlichste willkommen geheißen wurden. Die beiden Götter wollten jedoch nicht die Nacht bei Egil verbringen, sondern stellten nur Tors Wagen bei ihm ab, da er hier samt Inhalts von den Alfern bestens bewacht wurde.

Unmittelbar nachdem er den Wagen abgestellt hatte, watete Tor durch den Elivågor, wobei ihm hier eine besondere Eigenschaft zu gute kam, denn egal wie tief das Wasser war, so wuchs er mit der Tiefe, so dass das Wasser nie höher als bis zu seinem Stärkegürtel gelangte. Nur die Wogen konnten auch einmal bis zur Schulterhöhe kommen. Stieg Tor dann an Land, so nahm er wieder seine normale Größe an.
Copyright: Herbert Kårlin
 

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